- Deutschland hat eine neue Koalition: Union und SPD werden in den kommenden Jahren zusammenarbeiten. Im Koalitionsvertrag findet sich auf Seite 137 bemerkenswert viel zur zukünftigen Ausrichtung der Kohäsionspolitik. Hier eine Einordnung.
- Besonders auffällig ist der Fokus auf Wettbewerbsfähigkeit und Innovation – das Ziel: das Potenzial aller Regionen ausschöpfen, um international aufzuschließen. Eine begrüßenswerte Zielsetzung, zu der wir auch eine umfassende Studie verfasst haben: www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikati...
- Die Koalition spricht sich für eine „angemessenere Mittelausstattung“ aus – hier wird bereits ein mögliches Schrumpfen des EU-Haushalts antizipiert.
- Die Forderung nach einer eigenständigen Fondsstruktur leicht erfüllbar: Diese ist im AEUV verankert, eine Änderung wäre also nur über eine EU-Vertragsreform möglich – was sie zu einer eher unstrittigen Position macht.
- Mit dem Hinweis auf stärkere Anreize für innerstaatliche Reformen ist ein performance-based Ansatz gemeint – also „Geld gegen Reform“. Das ist nicht nur logisch, sondern auch im Sinne der EU-Kommission, die betont: Institutions matter.
- Eine zentrale Steuerung der Kohäsionspolitik wird abgelehnt – die Bundesländer sollen weiter eingebunden bleiben. Das entspricht dem föderalen Partnerschaftsprinzip, das eine Beteiligung subnationaler Akteure sicherstellt.
- Allerdings bleibt offen, wie die Zivilgesellschaft eingebunden werden soll, insbesondere mit Blick auf eine mögliche Neustrukturierung des EU-Budgets.Apr 9, 2025 13:18
- Insgesamt bietet der Koalitionsvertrag spannende Impulse für die europäische Debatte um die Kohäsionspolitik und das zukünftige Finanzrahmenwerk in den kommenden Monaten.
- Worüber wir im Bereich der Kohäsionspolitik zu diskutieren haben, habe ich vor einiger Zeit hier aufgeschrieben: www.bertelsmann-stiftung.de/en/publicati...