Christa Dürscheid
Linguistin
- Der Arm ist gebrochen und eingegipst. Was nun? Zum Glück ist nicht die rechte Hand betroffen. Also weiter mit dem Schreiben, passend zum Thema: Welche Varianten gibt es für das Wort Gipser? Putzer, Stuckateur, Verputzer - oder noch andere Bezeichnungen?
- Das Sprachquiz in der SonntagsZeitung[sic] enthält immer wieder interessante Fragen. Hier ein Ausschnitt daraus. Die Antwort auf Frage 7 ist nicht schwer. Doch wie kommt es zu der Formulierung „meines Wissens nach“? Vermutlich ist das eine Analogiebildung zu „meiner Meinung nach“.
- <mm>, <tt>, <rr>. In der Regel tritt diese Verdopplung auf, wenn der vorangehende Vokal kurz gesprochen wird. Das zeigen Wortpaare wie wen/wenn, Hüte/Hütte. Auch bei Haken/Hakken ist das der Fall, mit dem Unterschied, dass aus <kk> im Deutschen <ck> wird. Doch hier besser ohne<c>.
- Da gerade von Dormagen die Rede ist (das ist die Antwort auf die gestrige Frage) hier ein passendes Sprichwort. Wie originell sind doch solch kreative Abwandlungen! 😉Dazu noch zwei Beispiele: Reden ist Silber, Ausreden ist Gold. Einem geschenkten Link vertraut man nicht blind.
- Es gibt so viele schöne Dialekte im deutschsprachigen Raum. Hier sehen wir ein Beispiel dafür, der Liedtext ist in Dialekt verfasst. Wo wurde dieser Liedzettel wohl ausgegeben? In einer Kirche in Bregenz, Winterthur, Balzers oder Dormagen? Und um welchen Dialekt handelt es sich?
- Wenn von Modewörtern die Rede ist, denkt man meistens an Wörter wie achtsam, agil und proaktiv. Gibt es auch Modeendungen? Ein Kandidat dafür kann -lichkeit sein, so in Wörtern wie Verantwortlichkeit (warum nicht Verantwortung)? Hier eine Liste mit -lichkeit-Wörtern.
- Wohin mag es führen, wenn die KI immer empathischer wird, nein: wirkt? Kann es sein, dass sie in einer Partnerschaft als Konkurrenz angesehen wird? Das mag seltsam erscheinen. Aber ist es nicht so, dass man mit der KI sehr gute Dialoge führen kann?
- In dem Buch „Deutsch in Europa“ gibt es ein interessantes Kapitel zum Thema „Deutsch in Luxemburg“, vgl. elibrary.narr.digital/xibrary/medi... Hingewiesen sei auch auf das Wörterbuch „Luxemburger Standarddeutsch“. Darin finden sich z.B. folgende Wörter: Transportminister, Kirchenfabrik, Benevolat.
- Wie interessant ist doch die Linguistik! Und natürlich sollte schon in der Schule zum Nachdenken über Struktur und Funktion von Sprache(n) angeregt werden. Da bietet sich die Teilnahme an der Linguistik-Olympiade an: linguistikolympiade.de . Hier eine der Aufgaben von 2025.
- Pellkartoffeln, Salzkartoffeln, Pommes. Diese Bezeichnungen für verschiedene Arten der Kartoffelzubereitung kennt man im Rheinland. Wie sagt man dafür anderswo? In der Schweiz nennt man Pellkartoffeln Gschwellti. Doch spricht man auch von Salzkartoffeln? Und wo sagt man Fritten?
- Die Substantivgroßschreibung im Deutschen ist nicht immer einfach; oft weiß man nicht, ob es sich um ein Substantiv handelt. Das ist auch hier der Fall. Man schreibt zwar „alt/älter werden“, hier handelt es sich aber um eine Substantivierung von Adjektiv+Verb: das Älterwerden.
- Wird hier auf den Hauptbahnhof in Monaco verwiesen - und das auf Deutsch? Keineswegs. Monaco (di Baviera) ist die italienische Bezeichnung für München. Auch andere Städtenamen unterscheiden sich je nach Sprache sehr: Stuttgart/Stoccarda; Aachen/Aix-la-Chapelle; Lüttich/Liège.
- Fahren heisst Fahren. - Diese Aussage ist tautologisch. Ohne Bild würde sie wohl seltsam klingen. Auch daran sieht man, wie wichtig Text-Bild-Beziehungen sind. Linguistisch gesprochen: Das Bild semantisiert den Text - und umgekehrt. Zusammen ist das Ganze ein Kommunikat.
- Interessant: Sogar auf der Titelseite, groß in der Überschrift findet sich ein Dialektwort. Oder zählt Güsel gar nicht zum Dialekt, gehört es schon zum Schweizer Hochdeutsch? Und wie würde man dafür in Deutschland oder in Österreich sagen? Abfallsack?
- Hust, hust, hust. Das erinnert an Sprechblasen in Comics oder an Kurzformen aus der Internetkommunikation. Doch wer verwendet diese Inflektive heute noch? Hier einige Beispiele aus früheren Zeiten: *Ganz lieb schau*. *Dich ganz toll knuddel*. *Grins*. *Mal schnell zur Tür muss*.
- Eine Studentin bittet um die Teilnahme an einer Umfrage zu den möglichen Antworten auf Danke im Deutschen, vgl.: survey.plus.ac.at/index.php/63.... Dazu hier einige Optionen. Doch eine Antwort, die immer populärer wird, fehlt: Oft antwortet man nicht mehr mit „gern(e)“, sondern mit „sehr gern(e)“.
- Das ist machbar. Er ist nicht tragbar. Diese Datei ist downloadbar. - Das Suffix -bar ist im Deutschen sehr produktiv. Das sieht man auch an Wortkreationen wie klickbar. Und diese sind ja auch ohne Weiteres verstehbar. 😊
- Heute geht es um die Schreibsilbe. Aus wie viel Buchstaben kann eine Silbe maximal bestehen? Bei Deutsch-land sind es schon recht viele (7), und das ist wohl auch der Grund dafür, warum das Wort so zerstückelt ist. Knautsch-zone hat schon 8 Buchstaben. Aber gibt es noch mehr?
- Manche mögen sich fragen, ob dieser Stuhl für eine Person mit Namen Sigristen reserviert ist. Doch wozu sollte das sein? Das Foto wurde in einer Schweizer Kirche aufgenommen. Es ist der Stuhl für den Sigrist (oder Mesmer, Küster, Sakristan, Kirchendiener). www.duden.de/rechtschreib...
- Es gibt so viele Aktionstage im Jahr, einer davon ist der Tag der Handschrift. In diesem Jahr fällt dieser auf den kommenden Freitag. Vergleichen wir doch einmal unsere Handschriften. Hier zwei Beispiele. Und wer mehr zum Thema Handschrift lesen möchte: blog.degruyter.com/why-we-shoul...
- Da liest man in Italien beim Frühstück im Hotel die Tageszeitung und stößt auf diese Artikel. Seltsam. Um welche Sprache mag es sich handeln? Ein Dialekt des Italienischen ist das wohl kaum. Wer weiß hier Antwort, ohne das eigens nachzuschlagen oder die KI zu befragen?
- Von der Apostrophsetzung soll nicht die Rede sein, heute geht es um die Getrenntschreibung. Dass man Traditions Schleiferei zusammenschreiben müsste, ist klar. Und wie ist es mit „mein Schleif Werkstatt Service Wagen“? Auch hier gilt: zusammenschreiben oder Bindestriche setzen.
- Uni-Hopping nächster Teil: Wo bin ich?
- Zwischen Oper und Opfer ist nur ein Buchstabe Unterschied.“ So kommentiert Tatort-Kommissar Schenk die Geschehnisse. Und sprachlich ist auch noch weniger möglich: Tenor und Tenor, umfahren und umfahren, übersetzen und übersetzen unterscheiden sich nur im Akzent.
- Dass Sondervermögen das aktuelle Unwort ist, liest man heute überall. Auf der Website zu der Aktion steht aber auch, dass tatsächlich ebenfalls ein Kandidat war: uni-marburg.de/de/aktuelles... Das erstaunt. Doch tatsächlich wird tatsächlich inflationär verwendet: www.faz.net/aktuell/karr...
- Da fährt man den Computer hoch, sieht dieses Bild und denkt natürlich sofort daran, welche alternativen Bezeichnungen es für „Zebrastreifen“ im Deutschen gibt 😀Schauen wir nur einmal nach Österreich. Im Variantenwörterbuch gibt es zwei Vorschläge: Fußgeherübergang und Schutzweg.
- -t ist nicht gleich -t, das zeigt die 300-Euro-Frage bei „Wer wird Millionär?“. Im Deutschen kann -t auch eine grammatische Funktion haben, es zeigt die 3. Pers. Sg. Präsens an (aber nicht z.B. bei wollen) - doch natürlich nur bei einem Verb. Und das Verb „nacken“ gibt es nicht.
- „In Züri dihei.“ Das klingt so herrlich schweizerdeutsch. Und doch ist es das nicht. Bei Ortsangaben steht im Schweizerdeutschen nun einmal vor Städtenamen die Präpositionen „z“, nicht „in“. So auch: z Olte. Oder: z Bonstette 😊 www.tagesanzeiger.ch/on-schuhe-di...
- Bei diesem Wetter sollte man ein Stirnband tragen. Oder eine Mütze oder Kappe. Worin besteht der Unterschied? Und was ist mit einer Haube? Laut DWDS ist das „eine aus leichtem, meist gesteiftem Material gefertigte Kopfbedeckung für Frauen“. Doch das ist hier wohl nicht gemeint 😊
- Rauchen gefährdet die Gesundheit. Lesen gefährdet die Dummheit. Das ist ein schönes Beispiel für Intertextualität: Eine Aussage bezieht sich auf eine andere. Noch ein Beispiel: Wohnst du noch oder lebst du schon? Schreibst du noch oder sprichst du schon? www.watson.ch/digital/what...
- Was haben die Azubis, der Tacker und cross gemeinsam? Folgt man den einschlägigen Wörterbüchern, handelt es sich dabei um Wörter, die vor allem in Deutschland verwendet werden, also sog. Teutonismen sind. Anderswo würde man die Wörter auch kennen, aber nicht verwenden. Oder doch?
- Ein interessanter Untersuchungsgegenstand in der Linguistik ist die sprachliche Gestaltung von (kleinen) Texten. Dazu gehören Hinweisschilder, Horoskope, Kleinanzeigen, Witze, Wahlplakate. Hier ein Beispiel aus einem Aufsatz zu Texten im öffentlichen Raum: biblioscout.net/book/chapter...
- Es ist gut, dass nun schon so lange „rauchfrei am Zug“ ist. Damit ist natürlich nicht der Bahnsteig gemeint, sondern das Zuginnere. Und doch drängt sich diese Assoziation bei *am* auf. Aber wir wissen ja: Auch der Gebrauch von Präpositionen kann variieren. mediawiki.ids-mannheim.de/VarGra/index...
- Neues Jahr, neue Vokabeln. Ob alle diese Bezeichnungen schon kennen? Die dahinter stehenden Sachverhalte sind auf jeden Fall schon gut bekannt. So passiert es inzwischen oft, dass das, was man liest, oder Bilder, die man betrachtet, KI-Slop ist. Mehr dazu hier: www.watson.ch/wissen/blogs...