Theo Winkler
Freier Fotojournalist aus Wien. Schwerpunkte: Extreme Rechte, Verschwörungsideologien, Islamismus, Jihadismus, christlicher Fundamentalismus.
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- Heute Abend fand im identitären Hausprojekt Castell Aurora in Steyregg ein Leseabend des rechtsextremen Autors Volker Zierke statt. Auch Jungeuropa-Kopf Philip Stein nahm teil und stellte das Jungeuropa-Literatursortiment vor Ort aus. Rund 35 Personen nahmen teil. Fotostrecke: flic.kr/s/aHBqjCHyQ6.
- Am 17. Jänner versammelten sich am Pariser Quai de la Tournelle mehrere hundert Rechtsextremist*innen, um am von Paris Fierté ausgerichteten Marsch zu Ehren der Pariser Schutzheiligen St. Geneviève teilzunehmen, der zum 22. Mal stattfand. Fotostrecke: flic.kr/s/aHBqjCGZZ5.
- Hinter Paris Fierté stehen Akteur*innen der ehemaligen Génération Identitaire Paris. Vor allem die in Paris aktive Gruppierung Les Natifs dürfte federführend an der Ausrichtung des rechtsextremen Aufmarsches beteiligt sein.
- Der Marsch scheint mittlerweile als wichtiger Teil der identitären Vernetzung zu fungieren: Rechtsextreme Kader aus Österreich, Deutschland, Italien und Dänemark nahmen teil. Zahlreiche identitäre Gruppierungen aus ganz Frankreich waren ebenso nach Paris angereist.
- *Auch aus der Schweiz nahmen Rechtsextremist*innen teil.
- Gestern fand ein von der katholisch fundamentalistischen Laien-Organisation „Tradition, Familie, Privateigentum“ (TFP) ausgerichtetes „Sühnegebet“ statt. Anlass ist die Ausstellung „Du sollst dir ein Bild machen“ im Künstlerhaus. Rund 50 Personen nahmen teil. Fotostrecke: flic.kr/s/aHBqjCD9DS.
- Im Rahmen einer Petition hatte man zum Abbruch der Ausstellung aufgerufen, da diese teils "bekannte, unangefochtene Blasphemien" zeigen würde. In der Ausstellung "instrumentalisiere Religionsfeindlichkeit Meinungsfreiheit und Kunstfreiheit" - auch deshalb habe man zur öffentlichen Abbitte geladen.
- Nicht nur TFP hatte gegen die Ausstellung mobil gemacht: Auch die FPÖ Wien hatte parallel einen „sofortigen Abbruch“ und eine Ende der „Verhöhnung des Christentums“ gefordert, nebst einem Stopp der Kulturförderung für das Künstlerhaus.
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View full threadZentrale Agitationspunkte von TFP sind dabei die Hetze gegen die Rechte queerer und LGBTIAQ*-Personen, gegen das Recht auf Abtreibung, gegen feministische Errungenschaften überhaupt sowie die Bekämpfung von „Blasphemie“. Auch sieht man sich als vehementer Verteidiger des Immaculata-Mythos.
- Heute fand eine von Martin Rutter unter dem Label "Direktdemokratisch" organisierte, verschwörungsideologische Kundgebung und Demonstration im ersten Wiener Gemeindebezirk zum Thema "Frieden & Neutralität" statt. Rund 150 Personen nahmen teil. Fotostrecke: flic.kr/s/aHBqjCCV2w.
- Heute fand eine von Hannes Brejcha und Fairdenken organisierte verschwörungsideologische Kundgebung mit anschließendem Marsch durch den Wiener ersten Bezirk statt. IB-Kopf Martin Sellner hielt als „Special Guest“ eine Rede, in der für „Remigration“ warb. Fotostrecke: flic.kr/s/aHBqjCCerp.
- Letzten Samstag, 07. November, fand am Wiener Zentralfriedhof das alljährlich abgehaltene rechtsextreme Gedenken an den Mistelbacher NS-Jagdflieger Walter Nowotny statt. Rund 20 Personen fanden sich vor Nowotnys Grab ein. Bildstrecke: flic.kr/s/aHBqjCAEoo.
- Die Teilnehmenden setzten sich aus einem FPÖ-Politiker, deutschnationalen Burschenschaftern, dem „Verein zur Pflege des Grabes Walter Nowotny“, der „Kameradschaft Prinz Eugen Perchtoldsdorf“ & dem ÖKB Mistelbach zusammen. Auch der „Wiener Aeroclub“ hatte zuvor schon einen Kranz am Grab niedergelegt.
- Am 31.10. fand eine von Martin Rutter organisierte verschwörungsideologische Demonstration durch die Innere Stadt in Wien statt. Etwa 100 Personen nahmen teil. Die Demonstration war Teil einer international mobilisierten Kampagne anlässlich des Reformationstages. Fotostrecke: flic.kr/s/aHBqjCzhaN.
- Ehrengast der Demonstration war Kayvan Soufi-Siavash, bekannt unter seinem aktivistischen Pseudonym Ken Jebsen. Der bekannte antisemitische Verschwörungsideologe gastiert aktuell in Österreich und hält mehrere Talk-Events im Bundesgebiet ab, u. a. gestern in Wien.
- Als Dachorganisation der heutigen Demonstrationen im DACH-Raum fungiert die lutheranische Gruppierung „Free Europe: Reformation 2.0“. Zentraler Bezugspunkt ist der – historisch zweifelhaft verbürgte – Luthersche Thesenschlag, den "Free Europe" mittels fünf eigener "Thesen" rezipiert und umdeutet.
- Die Forderungen entsprechen rechter „Friedensinitiativen“: Man sei gegen „illegale Migration“, für „direkte Demokratie“, „Frieden ohne Waffen“ und „Förderung regionaler Landwirtschaft und des Mittelstandes“. Auch wolle man „unabhängige“ und „freie“ Medien etablieren.
- Gestern, am 6. Oktober, fand eine von Martin Sellner organisierte Kundgebung vor dem Wiener Landesgericht statt. Rund 50 Personen nahmen teil, darunter IBÖ-Kader, Corona-Demonstrations-Milieu sowie alternative Medienvertreter*innen und FPÖ-Mitarbeitende. Fotostrecke: flic.kr/s/aHBqjCwva4.
- Anlass war die rassistische Umdeutung eines Falles mutmaßlich sexueller Nötigung einer Minderjährigen (zur komplexen Fallhistorie siehe etwa derStandard). Sellner bediente sich in seiner Darstellung des Falles zwecks Instrumentalisierung einer Ethnisierung, um seine rassistisch Agenda durchzusetzen.
- Dies stellt einen gängigen diskursiven Topos in extrem rechten Spektren dar, die das Existieren von Sexismus, Patriarchat und Männergewalt in europäischen Gesellschaften leugnen, um stattdessen Männergewalt als rein „importierte“ Eigenschaft vermeintlich nicht-europäischer Personen abzubilden.
- Aktuell findet zum wiederholten Male ein 40 Tage andauerndes Gebet der christlich-fundamentalistischen Gruppierung „Jugend für das Leben“ in Wien vor dem Gynmed-Ambulatorium für Schwangerschaftsabbrüche und Familienplanung statt.
- Das Gebet ist Teil der zweimal im Jahr stattfindenden Aktion „40 Tage für das Leben“, innerhalb derer christliche Fundamentalist*innen medizinische Kliniken und Beratungsstellen für Frauen drangsalieren, die über Schwangerschaftsabbrüche informieren oder diese auch durchführen.
- Die Gruppe beruft sich auf den US-amerikanischen Antifeministen Bernard Nathanson, der nicht nur Urheber des perfiden Propagandawerks „The Silent Scream“ ist, sondern Abtreibungen auch mit Stalins Massenmorden, der Shoah oder dem Atombombenabwurf über Hiroshima und Nagasaki verglich.
- Gestern am 04. Oktober fand in Wien der christlich-fundamentalistische Marsch für das Leben statt, dessen zentrale Forderung das Verbot von Abtreibungen ist. Mehr als 1500 Personen nahmen an dem Marsch über den Ring bis zum Heldenplatz teil. Fotostrecke: flic.kr/s/aHBqjCwscQ
- Die jedes Jahr vor dem Marsch abgehaltenen „Messe für das ungeborene Leben“ wurde dieses Jahr vom St. Pöltner Altbischof Klaus Küng gehalten. Küng gilt als erzkonservativer Hardliner in Bezug auf den Umgang der Kirche mit Betroffenen von sexualisierter Gewalt im Rahmen kirchlicher Ämter:
- In Interviews sprach sich der ehemalige Opus Dei-Funktionär gegen zusätzliche Anlaufstellen für Betroffene aus, lehnt Zahlungen durch die Kirche an Betroffene ab, agitierte gegen die Klasnic-Kommission und gilt als vehementer Verteidiger des Zölibats, der sich auch homophober Rhetorik bedient.
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View full threadUnter den Teilnehmenden des Marsches befanden sich ferner zahlreiche extrem rechte Akteur*innen: Identitäre, Neonazis der „Tanzbrigade“ und „Legion Wien“, des Corona-Demonstrations-Milieus, ein Mitglied des Suworow-Instituts sowie Burschenschafter beteiligten sich an dem antifeministischen Marsch.
- Vergangenen Samstag fand der 35. ordentliche Bundesparteitag der FPÖ in Salzburg statt. Die 850 Delegierten wählten mit rund 97% Herbert Kickl erneut zum Vorsitzenden. Rund um den Parteitag kam es zu vielfältigem Gegenprotest und Blockaden. Fotostrecke des Parteitags: flic.kr/s/aHBqjCvFy6.
- Am Nachmittag des 27. September hielt auch das IB-Zentrum Castell Aurora in Steyregg zum 2. Mal ihr „Avanti NeoCultura“-Treffen ab. IB- & neurechte Akteur*innen des DACH-Raums sowie der Jungen Tat fanden sich zusammen. Auch hier kam es zu Gegenprotesten. Fotostrecke: flic.kr/s/aHBqjCvAcH.
- Gestern fand in der Wiener Boltzmanngasse vor der US-Botschaft eine von Martin Sellner & Freiheitlicher Jugend organisierte Gedenkkundgebung für Iryna Zarutska & den evangelikalen Rechtsextremisten Charlie Kirk statt. Beide waren jüngst in den USA ermordet worden. Fotostrecke: flic.kr/s/aHBqjCu3ff
- Rund 50 Personen unterschiedlicher politischer Spektren fanden sich zur Kundgebung ein. Als Sprecher*innen traten Martin Sellner, der FP-Bezirkspolitiker Jan Staudigl und der rechtsoffene Corona-Demonstrations-Aktivist Alexander Ehrlich (seines Zeichens "Friedenaktivist") auf.
- Im Publikum fanden sich derweil FJ-Funktionär*innen, verschwörugsideologische Akteur*innen, Identitäre, Burschenschafter und Neonazis ein. Zwecks Inszenierung brachte man eine US-Flagge sowie Schilder mit den Bildern von Zarutska und Kirk mit.
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View full threadV. a. Sellner spitzte die Rhetorik noch zu: Schuld an den Morden sei eigentlich der "Terror-Journalismus" und mediale Mainstream, der aus jungen weißen Amerikaner*innen Mörder*innen mache. Linke Politik ziele mittlerweile auf nichts anderes ab, als rechten Akteur*innen Gewalt anzutun.
- Der terrorverdächtige Aktivist des rechtsextremen Active Clubs Geuzenbond Thomas D. hatte sich Mai 2025 auch zum sog. "Remigration Summit" in Milano eingefunden.
- Der "Summit" stellte ein identitäres Kadertreffen dar, an dem letztlich zahlreiche relevante Akteur*innen identitärer Vorfeldgruppierungen und extrem rechter Parteien teilnahmen.
- Daneben nahm mit dem Spanier Christian L. auch jener extrem rechte Gewalttäter teil, der mittlerweile als Drahtzieher der rassistischen, pogromartigen Ausschreitungen in Torre Pacheco Juli 2025 verurteilt wurde.
- Erneut zeigen sich so die Verstrickungen identitärer Gruppierungen und extrem rechter Parteien in stark gewalt- und rechtsterroraffine Milieus. Hier der Link zur damaligen Fotostrecke vom "Summit": flic.kr/s/aHBqjCeEs2.